Gestationsdiabetes

Diabetes in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes tritt i.d.R. zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche auf, wenn die Schwangerschaftshormone die Insulinwirkung herabsetzen. Während der normalen Schwangerschaft wird daher bis zu viermal mehr Insulin benötigt. Die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse ist entsprechend erhöht.

Im Falle eines Gestationsdiabetes ist die Bauchspeicheldrüse jedoch nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu produzieren. Der Blutzuckerspiegel demzufolge an.

Nach der Geburt normalisiert sich der Insulinbedarf der Mutter, und die diabetische Stoffwechsellage verschwindet.

Allerdings ist das Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln, erhöht. Stoffwechselkontrollen in ein- bis zweijährigen Abständen werden notwendig.

Risikofaktoren für einen Gestationsdiabetes sind:

  • Übergewicht (BMI über 30 kg/m2) der werdenden Mutter
  • bekannter Diabetes mellitus bei Familienangehörigen der werdenden Mutter
  • hohes Geburtsgewicht früherer Kinder (über 4000 g)
  • höheres Alter der Schwangeren (Es gibt allerdings keine zuverlässigen Daten, wo die Altersgrenze für ein erhöhtes Diabetesrisiko liegt)
  • Gestationdiabetes bei vorhergehenden Schwangerschaften
  • ethnische Zugehörigkeit: Frauen aus dem Mittleren Osten, Süd- und Ostasien (Indien, Pakistan, Bangladesch) sowie Afrika haben ein deutlich höheres Risiko als z.B. Kaukasierinnen

Warum muss ein Gestationsdiabetes behandelt werden?

Sind die Blutzuckerwerte der Mutter erhöht, kann dieses zu Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft bei Mutter und Kind führen. Hierzu zählen mütterlicherseits Bluthochdruck und Harnwegsinfektionen und beim Kind vermehrtes Wachstum sowie Unterzuckerungsgefahr nach der Geburt.

Unsere Diabetologische Schwerpunktpraxis führt die Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes gemäß der Leitlinien unserer Fachgesellschaft durch.

Jede Schwangere mit Gestationsdiabetes erhält eine ausführliche Ernährungsberatung. Bereits durch diese Maßnahme normalisieren sich die Blutzuckerwerte bei den meisten Patientinnen. Sollten die Blutzuckerwerte nach einer Ernährungsumstellung jedoch oberhalb des Zielbereiches liegen, leiten wir die Insulin-Therapie ein.

Eine rechtzeitige Behandlung des Gestationsdiabetes schützt Mutter und Kind!